Rückblick Filmlabor „FSJ KULTURleicht und verständlich“ /// Seminar Reloaded für Alumni, vom 26. bis 29. März in Berlin

Alumni-Filmlabor

Im Zuge der inklusiven Öffnung der Freiwilligendienste im Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung hat eine Umstellung der Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Eine Website, die auf ihren Imagebildern mehrheitlich weiße, gesunde Abiturienten/-innen zeigt, kann dazu führen, dass Menschen, die diesen Identitätsmerkmalen nicht entsprechen, das Gefühl haben, das Programm sei nicht für sie geeignet.

Um Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten zu informieren und anzusprechen, wird die Internetseite www.fsjkultur.de die wichtigsten Inhalte deshalb künftig sowohl in verschiedenen Sprachen als auch audiovisuell bereitstellen. Dazu haben sich im März 18 ehemalige Freiwillige in Berlin getroffen, um in einem Filmlabor nach einer geeigneten Umsetzung zu suchen.

Größte Herausforderung war es, eine diversitätssensible Bildsprache zu finden und dabei gleichzeitig gut verständlich zu sein. Möglichst viele Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen sollten sich in den Filmen wiederfinden können, ohne dabei die üblichen Bilder von z. B. Rollstuhlfahrenden oder Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund zu bemühen, die häufig synonym für Inklusion gebraucht werden.Alumni-Filmlabor

Ganz konkret sah das so aus, dass die Teilnehmenden des Filmlabors bis spät in den Abend Storyboards zeichneten, das Trickfilm-Set bastelten und diskutierten: Wie kann eine Protagonistin gestaltet werden? Muss sie zwei Füße haben? Welches Geschlecht, welche „Haut“-Farbe, welche körperlichen Merkmale hat sie? Und wer wird damit (nicht) angesprochen? Ist dieses oder jenes Wort eigentlich verständlich? Funktioniert der Film für Menschen, die nicht hören oder sehen? Immer wieder wurde offensichtlich wie schwer es ist, Menschen mitzudenken, die sich nicht im Raum befinden und deren Perspektive wir nicht kennen.

Entstanden sind vier Trickfilme und ein Realfilm. Sie erklären zum Beispiel, was Freiwillige für ihr Engagement bekommen, was ein Träger ist oder wie Interessierte sich bewerben können.

Zu den Filmen:

So kann man sich für das FSJ Kultur bewerben // http://youtu.be/3IXLAGgmUY0

Wer ist am FSJ Kultur beteiligt? — Die Einsatzstelle // http://youtu.be/ph-Ig3vWGzM

Wer ist am FSJ Kultur beteiligt? — Der Träger // http://youtu.be/8HRZDWX8Sr4

Wer ist am FSJ Kultur beteiligt? — Die Freiwilligen // http://youtu.be/0EfvSXIOehs

Was bekommen Freiwillige beim FSJ Kultur? // https://youtu.be/hHjrKsbGQDA

 

Dass diese Art der Öffentlichkeitsarbeit ein ziemlich innovativer Prozess ist und im Labor nach Antworten gesucht wurde, die noch nicht selbstverständlich existieren, wurde in der Abschlussrunde besonders deutlich. Teil dieses Prozesses zu sein, war zuweilen anstrengend, aber auch besonders schön. Im Unterschied zu „klassischen“ Filmworkshops waren hier auch die Labor-Leitenden mehr Begleiter/-innen als Experten/-innen und ebenso auf der Suche wie die Alumni.

Warum dann keine Agentur beauftragen?, lautete die Frage eine Teilnehmerin. Alumni-FilmlaborZum einen wollen wir als BKJ und Trägerverbund auch Alumni am Inklusionsprozess der Freiwilligendienste beteiligen. Zum anderen wollten wir das kreative Potential, die Bereitschaft engagiert mitzudenken und das Erfahrungswissen der Alumni nutzen. Ein Blick in Zeitungen und das Vorbeigehen an Plakaten zeigen, dass Agenturen derzeit wenig Antworten auf diversitätsbewusste Kommunikation haben.

Wir wollten im Labor gute Beispiele dafür entwickeln. Ob es uns gelungen ist, können wir nur aus unserer Perspektive und nicht abschließend beurteilen. Vielen Dank allen, die dabei waren, für diese spannende und gute Zeit!

Viel Freude beim Begutachten der Ergebnisse.

Text: Anja Schütze, Thomas Blank und Charlotte Hübsch