Eine Plattform des Austauschs

Nadine Berlt berichtet:

Bei den Einsatzstellen – die mit uns, ihrem Bundesverband, über den BFD zu tun haben – bei denen merken wir schon eine Veränderung. Vor allem bei denen, die daraufhin auch noch bei anderen Förderprogrammen, z. B. „Kultur macht stark“, mitmachen. Da schießen die Mitgliedszahlen nach oben. Der BFD und auch „Kultur macht stark“ machen es möglich, dass gesellschaftliche Entwicklungen in den Vereinen wahrgenommen werden können.

An dieser Stelle können wir als Bundesverband zeigen, was wir für die Mitgliedsstrukturen tun. Es gab bestimmt viele, die den Bundesverband nicht kannten, sondern eben nur die Landesverbände. Als wir mit dem BFD begannen, war unsere erste Herausforderung, überhaupt als Angebotsgeber wahrgenommen und anerkannt zu werden. Und dann eben auch die Sichtweise zu stärken, die die überfachlichen Angebote als sinnvoll und nützlich anerkennt.

In erster Linie geht es uns darum, den Vereinsverantwortlichen zu zeigen, dass wir Angebote im überfachlichen Bereich haben, von denen sie vielleicht noch nichts gehört haben und für den sie in ihrem musikalisch-geprägten Vereinsalltag auch nur schwer Zeit finden, wir als Bundesverband aber an dieser Stelle etwas tun können. Wir wollen zeigen, dass wir was für die Strukturen vor Ort tun können. Was wir an Projekten umsetzen oder an Publikationen herausgeben, muss deshalb auch immer für die Basis sein.

Im BFD funktioniert das immer gut, wenn die Menschen zu unseren Angeboten kommen, z. B. zu den gemeinsamen Bildungstagen, die im BFD Pflicht sind.

Die Freiwilligen sagen uns, dass Zusammentreffen und Austausch sehr wichtig sind, und dass sie das vorher nie gedacht hätten. Sie fragen sich hinterher: „Warum nimmt man sich sonst nie die Zeit dafür?“ Oft sind es wichtige Anregungen, die sie bekommen. Wie zum Beispiel, dass der Nachwuchs für die Vereine nicht nur im Kinder- und Jugendbereich zu suchen ist, sondern auch Erwachsene in den Fokus kommen (nicht nur ehemalige Musiker, die man zu Wiedereinstieg bewegen kann).

Wir gehen aber auch mit den Freiwilligen* in den Bundestag und wollen freiwilliges Engagement in der Amateurmusik sichtbar machen. Das ist für uns ein übergeordnetes Ziel und wir wollen bei den Vereinsmitgliedern* Distanz zur Politik abbauen. Die Besuche ermöglichen wahrscheinlich keine großen Umbrüche und in den Gesprächen mit den Bundespolitiker*innen wird auch manchmal gesagt, dass das Sache der Landespolitik ist. Aber es lässt sich daran anknüpfen und sagen, geht mit euren Vorständen in den Landtag. In der Regel sind die Freiwilligen* nicht aus der Vorstandebene, aber trotzdem können die Freiwillige* Motor dieser Idee sein. Das ist auch ein Motiv der DBJ.

Außerdem wollen wir die politische Bildung fördern. Da wird eine gesellschaftliche Haltung der DBJ vermittelt. So erfahren die Freiwilligen durch Besuche im Bundestag auch eine Form der Anerkennung für ihr Ehrenamt. Es sind immer schöne Momente, wenn die Freiwilligen die Dankbarkeit von dieser Seite erfahren: „Dafür hat sich der Ausflug schon gelohnt“, sagen sie dann.

Der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung ab 27 Jahren hat mit seiner flexiblen Teilzeit- oder Vollzeitform genau das Format, das die DBJ gut in und für ihre Strukturen nutzen kann. Als eine von vielen Formen von Engagementförderung.

Durch den Bundesfreiwilligendienst (BFD) können sich Strukturen in vielen Mitgliedsvereinen verändern. Das lässt sich klar sagen. Den – in den allermeisten Fällen – ehrenamtlich geführten Musikvereinen, konnte der BFD eine neue Struktur geben, die auch für die anderen Ehrenamtlichen* gut war. Der BFD bringt Raum, Zeit und neue Kompetenz für Entwicklungen.

Bundesweit hat die DBJ über 150 Einsatzstellen. Neben den Einsatzstellen in eigener Struktur können sich auch andere Musikverbände und kulturelle Einrichtungen der DBJ als BFD-Träger anschließen. Es gibt beispielsweise auch Freiwillige* in Vereinen des Bund Deutscher Zupfmusiker, in Chören, Musikräten, Liebhaberorchestern und Musikschulen.

Alle Interessierten* können sich bei Nadine Berlt melden.
Hier sind ihre Kontaktdaten zu finden: http://www.deutsche-blaeserjugend.de/index.php/kontakt

 

Das Gespräch führte und notierte: jf
Bilder: Deutsche Bläserjugend