Freiwilliger Wehrdienst mehr wert als Freiwilligendienst?

Die geplante Einführung des neuen freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz zum 01. April 2021 verstärkt die Ungleichbehandlung von Freiwilligen*. Die maximale Entgelthöhe in den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung oder einem Freiwilligendienst im Katastrophenschutz oder dem Rettungswesen beträgt maximal 414 Euro. Die beiden letztgenannten Einsatzbereiche sind identisch mit den Aufgaben der neuen Wehrdienstleistenden in Reserve im sogenannten Heimatschutz.

Hingegen sollen die Soldat*innen im freiwilligen Wehrdienst 1.550 Euro brutto in der Grundausbildung und ein Tagegeld von 87 Euro im Reservedienst erhalten. Sie verpflichten sich zu einer siebenmonatigen Grundausbildung und für einen fünfmonatigen Reservedienst binnen von sechs Jahren. Freiwillige* können eine vergünstigte Bahncard und Fahrkarten zum halben Fahrpreis erwerben. Die Nutzung der Deutschen Bahn ist für freiwillige Wehrdienstleistende allerdings kostenlos.

Als Zentralstelle für die Freiwilligendienste Kultur und Bildung setzt sich die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) dafür ein, die zivilen Freiwilligendienste auszubauen und sowohl die monetäre wie die sozialrechtliche Anerkennung der Freiwilligen* zu verbessern.

Weitere Informationen:

„Erste Kritiken aus der Zivilgesellschaft am Bundeswaffenfreiwilligendienst“ im Newsletter des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement Nr. 15 vom 30. Juli 2020

„Dein Jahr für Deutschland“: Der neue „Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz“, Presseinformation des Bundesministeriums der Verteidigung vom 21. Juli 2020